Grundlegende Informationen
Was ist ein Wertpapierdepot?
Ein Depot ist ein Anlagekonto, das dem Kontoinhaber als Abbildung seines virtuellen Wertpapierportfolios dient. Über ein Depotkonto lassen sich Zertifikate, Aktien, Optionsscheine und andere Wertpapiere einbuchen. Ebenso lassen sich der aktuelle Wert sowie vergangene und derzeitige Entwicklungen anzeigen. Auf einem Wertpapierdepot verbucht ein Kreditinstitut Käufe und Verkäufe von Wertpapieren. Die erwirtschafteten Zinsen, Dividenden und erhobenen Gebühren werden allerdings auf einem separaten Konto verbucht.
Der depotführenden Bank ist der Inhaber eines Depots zwar bekannt, der Schriftverkehr wird aber anonym getätigt. Üblicherweise bekommt der Depotbesitzer einmal im Jahr einen Depotauszug zugesendet. Darauf ist der aktuelle Depotwert mit allen Wertpapieren und Stückzahlen aufgeführt.
Was sind Wertpapiere und welche Formen gibt es?
Ein Wertpapier ist eine Art Urkunde, die sowohl ein privates Recht besitzt als auch als Nachweis dieses Rechts dient. Nur wenn man im Besitz einer solchen Urkunde ist, kann man deren Rechte geltend machen. Kann man ein Wertpapier nicht vorlegen, können auch keinerlei Ansprüche darauf geltend gemacht werden. Folgende Arten von Wertpapieren gibt es:
- Aktien, Zertifikate, Schecks, Optionsscheine, Anteilsscheine, Wandelanleihen, Briefmarken
- Verzinsliche Wertpapiere: Anleihen, Schuldverschreibungen, Rentenpapiere, Pfandbriefe, Kassenobligationen
- Effekten (börsengehandelte Wertpapiere)
Woran sind Wertpapiere zu erkennen?
Bis 22.04.2003 wurden Wertpapiere im deutschen Börsenhandel mit einer sechsstelligen Kennziffer versehn, um sie so identifizieren zu können. Diese Nummer nannte sich Wertpapiernummer, kurz WKN. Am 22.04.2003 wurde die WKN von der ISIN (International Securities Identification Number) ersetzt. Diese Identifikationsnummer ist zwölfstellig und beinhaltet einen Ländercode, eine nationale Kennummer sowie eine Prüfnummer.
Welche Arten von Wertpapierdepots gibt es im Börsenhandel?
Im deutschen Börsenhandel wird zwischen zwei verschiedenen Verwahrarten unterschieden:
Geschlossenes Depot
Ein geschlossenes Depot ist ein Bankschließfach, in dem auf Wunsch des Eigentümers Unterlagen verwahrt werden können. Die Dokumente werden hierbei zusammengefasst und versiegelt. Die Verwaltungstätigkeiten hat der Kunde selbst zu übernehmen. Diese Art der Wertpapierverwahrung ist heutzutage eher unüblich.
Offenes Depot
- Girosammelverwahrung
Die Girosammelverwahrung ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Verwahrung von Wertpapieren durch die Wertpapiersammelbank. Von der Clearstrom Bank AG in Frankfurt am Main werden alle Effekten derselben Art in einem Girosammeldepot aufbewahrt. Ein Depotkunde ist dann Miteigentümer, wenn er offiziell Anteile einer betreffenden Wertpapiersorte besitzt. Jeder Kunde erhält jährlich einen Depotauszug, in dem Stückzahlen und Werte seiner Papiere gelistet sind.
Bei Eigentümerwechsel werden in einem Girosammeldepot Umbuchungen in der Depotbuchhaltung verzeichnet. So kann auf eine Stückbewegung verzichtet werden.
- Streifbandverwahrung
Die Streifbandverwahrung ist eine gesonderte Aufbewahrung von Wertpapieren, bei der diese getrennt vom Eigentum der Bank oder Dritter aufbewahrt werden. Wertpapiere werden nur streifbandverwahrt, wenn der Eigentümer explizit diese Sonderverwahrung veranlasst. Die jeweiligen Unterlagen werden dann mit einem Papierstreifen zusammengefasst, auf dem der Name des Eigentümers vermerkt ist. Die entstehenden Verwaltungskosten hat der Kunde zu tragen.
Wie sicher ist ein Wertpapierdepot?
Der so genannte Zentralverwahrer spielt für die Sicherheit von Wertpapierdepots bei einer Girosammelverwahrung eine entscheidende Rolle. Denn er ist für die Buchung von Wertpapieren verantwortlich. Üblicherweise betreibt ein Zentralverwahrer in unmittelbarer Nähe der Börse unterirdische Server, auf denen alle wichtigen Daten gespeichert werden. Um sich vor möglichen Hackerangriffen zu schützen, wird der genaue Standort dieser Server geheim gehalten. Es wird vermutet, dass die Server des Zentralverwahrers in der Lage sind, im Falle einer Krise das gesamte Börsengeschehen inklusive Wertpapierverwaltung ohne externe Stromversorgung bis zu drei Monate aufrecht zu erhalten.
In welche Wertpapierdepotarten wird unterschieden?
- Depot A (Eigendepot) - Wertpapiere aus Eigenhandel der Bank
- Depot B (Fremddepot, Treuhanddepot) - Wertpapiere aus Kommissionsgeschäften (Kunde)
- Depot C (Pfanddepot) - Verpfändete Wertpapiere der Kunden/ der Bank
- Depot D (Sonderpfanddepot) - Beschränkt verpfändete Wertpapiere der Kunden/der Bank
Wie funktioniert ein Depotübertrag?
Bei einem Depotübertrag wechselt ein Depotinhaber von seinem aktuellen Kreditinstitut zu einem anderen. Seine gesamten Wertpapiere müssen dabei auf das neue Depot übertragen werden. Eine Übertragung der Wertpapiere erfolgt weitgehend elektronisch und ist Angelegenheit der Effektenverwaltung einer Bank. Ein solcher Depotübertrag dauert in der Regel eine Woche. Die betreffenden Wertpapiere werden allerdings nicht wirklich von einer Bank zur anderen bewegt, sondern nur durch Umbuchungen virtuell auf das neue Konto transferiert. Die Verwaltung der Wertpapierkunden übernehmen dabei die so genannten Zentralverwahrer.
Seit dem 01.01.2009 ist die Durchführung eines Depotübertrags aufwändiger geworden. Denn durch die Einführung der Abgeltungssteuer werden neue Anforderungen an Banken und Finanzdienstleister gestellt. Für Wertpapiere, die bis zum 31.12.2008 von Privatanlegern gekauft wurden, gelten noch die alten Regelungen. Für Wertpapiere, die nach diesem Stichtag erstanden wurden, gilt ein Depotübertrag nun als Verkauf von Wertpapieren. Entsprechend wird von der depotführenden Bank automatisch die Abgeltungssteuer auf diesen Verkauf abgeführt. Diese Steuerbelastung lässt sich aber auch umgehen, beispielsweise durch eine Wertpapierschenkung von Eltern an ihre Kinder.
Grundsätzlich müssen der neuen Bank bei einem Depotwechsel immer die Anschaffungsdaten der betreffenden Wertpapiere mitgeteilt werden, damit die Abgeltungssteuer beim Depotübertrag richtig erfasst werden kann.
Können beim Depotübertrag Kosten anfallen?
Durch die Rechtsprechung des BGH ist es gesetzlich geregelt, dass eine Bank in Deutschland für einen Depotübertrag keinerlei Gebühren von Privatanlegern und anderen Kunden verlangen darf.
Alles zur Depotbank
Direkt-Broker? Oder doch lieber ein Depotkonto bei der Filialbank?
Wer mit Wertpapieren handeln möchte, kann sich für ein Depot bei einer Filialbank oder bei einem Direkt-Broker entscheiden.
Entscheidet man sich für einen Direkt-Broker und damit für reines Online-Brokerage, so werden Orderaufträge nicht mehr von einer Filialbank ausgeführt. Die Wünsche des Depotkunden werden direkt an einen Broker weitergeleitet, der sich dann dem Auftrag annimmt. Dadurch spart man Zeit und Kosten: Öffnungszeiten spielen keine Rolle mehr, da Orderaufträge rund um die Uhr abgeben werden können, und auch Gebühren für Transaktionen lassen sich reduzieren. Allerdings haben Direktbanken den erheblichen Nachteil, dass Depotkunden bei Direkt-Brokern auf Service und Beratung weitestgehend verzichten müssen. Nur vereinzelt gibt es Banken, die über eine Hotline zu erreichen sind und ihren Kunden Auskunft geben.
Abschließend noch einmal die Vor- und Nachteile von Filial- und Direktbanken.
Filialbank:
- Beratungsservice und Wertpapierberatung
- Gebühren sparen durch Online-Brokerage und Telefon-Banking
- Angewiesenheit auf Öffnungszeiten
Direkt-Brokerage:
- Direkthandel per Telefon, Fax, Internet
- keinen Beratungsservice & keine Wertpapierberatung
- grundlegende Kenntnisse über den Wertpapierhandel sind erforderlich
- geeignet für häufige Investitionen oder Depotwechsel
Welchen Service bieten Direkt-Broker an?
- Direkthandel per Telefon, Fax und Internet
- Anlagetipps über eigene Internetseiten sowie Kundenzeitschriften
- kostenfreie Analysetools für Aktien, Optionsscheine, Investmentfonds, etc.
- Wertpapier-Suchmaschinen auf der eigenen Internetseite
- Realtimekurse deutscher Börsen, d.h. Überblick über die aktuelle Kursentwicklung
- News und Tipps rund um den Finanzmarkt
- Community-Bereiche für Erfahrungsaustausch
- Außerbörslicher Handel
Öffnungszeiten: wochentags 8-22 Uhr, samstags 10-16 Uhr, sonntags 17-20 Uhr
Wie wird ein Depotkonto eröffnet?
Ein Depotkonto kann entweder bei einer Filialbank oder bei einem Direkt-Broker eröffnet werden.
Bei Filialbanken muss man für eine Depoteröffnung vorstellig werden und ein gültiges Ausweisdokument vorlegen. Das Konto kann dann in wenigen Minuten durch einen Bankmitarbeiter eröffnet werden.
Bei einem Direkt-Broker dauert eine Kontoeröffnung etwas länger. Von zu Hause aus wird der Depotantrag online ausgefüllt, ausgedruckt und in einer Postfiliale bei einem Mitarbeiter abgegeben. Über das Post-Ident-Verfahren muss sich der Kunde dann mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass identifizieren. Hierzu muss ein Formular ausgefüllt und im Beisein eines Postangestellten unterschrieben werden.
Anschließend werden Antragsunterlagen und Formular von der Post an die zuständige Bank gesendet. Anfallende Versandkosten trägt das Kreditinstitut. Ist die gewählte Direktbank ein Tochterunternehmen eines Kreditinstituts mit mehreren Filialen, so können die Unterlagen gegen Vorlage eines gültigen Ausweises auch dort abgegeben werden. Es dauert in der Regel ein bis zwei Wochen bis alle Unterlagen per Post beim Kunden eingegangen sind.
Welche Kosten können für ein Depotkonto anfallen?
Beim Handel mit Wertpapieren fallen grundsätzlich Kosten an. Das depotführende Kreditinstitut verdient an jeder Transaktion mit, egal ob verkauft oder gekauft wird. Allerdings wird das Kapital, das auf dem Depot liegt, von den meisten Banken relativ gut verzinst. So liegt das Geld nicht nutzlos auf dem Anlagekonto herum, bis eine passende Wertpapieranlage gefunden wurde. Die Kosten für eine Depotkonto setzten sich wie folgt zusammen:
- Depotgebühren
Bei einer depotführenden Bank fallen für die Verwaltung der Wertpapiere auf einem virtuellen Wertpapierdepot Gebühren an. Es kann nicht pauschal beantwortet werden, wie hoch die Depotgebühren bei den einzelnen Banken ausfallen, da sie sehr stark variieren. Auch der unterschiedlich hohe Depotwert fällt sehr stark ins Gewicht. Bei Direkt-Brokern zeigt sich jedoch eine Entwicklung zu einer oft geringen jährlichen Pauschale oder sogar zu einer völlig kostenfreien Depotführung.
- Ordergebühren
Bei jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren fallen Transaktions- bzw. Ordergebühren an, unabhängig davon welche Art von Wertpapier gehandelt wird. Vereinzelt bieten Banken ihren Kunden auch Pauschalangebote an. Dadurch hat man die Möglichkeit, Wertpapiere in verschiedener Anzahl zu unterschiedlichem Wert zu kaufen oder zu verkaufen. Der Vorteil liegt darin, dass die Transaktionsgebühren immer gleich bleiben. Dies ist allerdings nicht immer im Service mit inbegriffen, denn bei Transaktionen ohne Pauschalpreis sind die Gebühren in der Regel wertabhängig.
- Limitgebühren
Gibt ein Depotbesitzer einen Auftrag zu einem bestimmten Limit ab, so werden Limitgebühren berechnet. Findet die gewünschte Transaktion statt, so fallen in der Regel zusätzliche Kosten an, egal ob das genannte Limit überhaupt erreicht wurde oder nicht. Es gibt mittlerweile aber auch einige Direkt-Broker, die auf diese Limitgebühren ganz verzichten.
- Zeichnungsgebühr
Werden neue Aktien an die Börse gebracht, so verlangen viele Banken von ihren Kunden eine so genannte Zeichnungsgebühr. Der Kunde hat hier eine Pauschalgebühr zu bezahlen, selbst wenn ihm keine Wertpapiere zugeteilt werden. Hohe und sehr umstrittene Gebühren verlangen vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die jedoch vom BGH im Jahr 2003 als berechtigt gewertet wurden. Es empfiehl sich in jedem Fall eine Bank zu wählen, die einen moderaten Pauschalsatz bietet.
Wie können mit einem Depotvergleich Gebühren gespart werden?
Durch einen Depotvergleich lassen sich Vor- und Nachteile von einzelnen Angeboten aufzeigen. Dadurch ist es für den Kunden möglich, die richtige Bank für sein persönliches Anforderungsprofil zu finden. Es gibt unzählige Depotangebote mit den unterschiedlichsten Konditionsmodellen auf dem Markt. Jede Bank hat sich auf bestimmte Ordergrößen oder Wertpapiergattungen spezialisiert, einige Banken setzen besonders auf Transaktionen von ausländischen Börsen.
Ein Vergleich erleichtert die Entscheidung, auf welche Art von Transaktionen man sich konzentrieren möchte. Zusätzlich kann die jährliche Ersparnis, die ein attraktives Depotangebot mit sich bringt, berechnet werden. Investmentfondsrechner zeigen auf, welcher Anbieter das passende Angebot hinsichtlich Investmentfonds bietet. So können Fonds günstig geordert und die Kosten für die Verkäufe niedrig gehalten werden. Durch einen ausführlichen Angebotsvergleich und die daraus resultierende Entscheidung für ein Depotkonto wird die optimale Grundlage für einen lukrativen Vermögensaufbau geschaffen.
Informationen über den Wertpapierhandel
Was sind Investmentfonds?
Ein Investmentfonds oder Fonds ist eine Geldanlage. Eine Investmentgesellschaft oder Bank bündelt bei dieser Anlageform das Geld ihrer Anleger und investiert es in unterschiedliche Bereiche. Je nach Form und Anlageziel wird in offene und geschlossene Fonds unterschieden. Hat ein Anleger Investmentfondsanteile gekauft, so ist er automatisch Miteigentümer am Fondsvermögen. Er hat Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung und eine Anteilsrückgabe zum gerade gültigen Preis.
Offene Investmentfonds:
- die Investmentgesellschaft ist Eigentümer des Fondsvermögens
- die Investmentgesellschaft wird als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen
- es gilt das Investmentgesetz (InvG)
- kurzfristige, mittelfristige und langfristige Anlagen sind möglich
Geschlossene Investmentfonds:
- eine Investition muss während des Platzierungszeitraums erfolgen
- eine Rückgabe von Anteilen ist nur beschränkt möglich
- es gilt das Investmentgesetz (InvG)
Welche Arten von Investmentfonds gibt es?
Es gibt Multi Manager Fonds, Garantiefonds, Geldmarktfonds, Mischfonds, Aktienfonds, offene Immobilienfonds, Rentenfonds, Altersvorsorge-Fonds, Indexfonds, Dachfonds, Laufzeitfonds.
Diese Investmentfonds können über Banken oder Finanzvertreiber, freie Fondsvermittler, im Börsenhandel oder durch den Direktverkauf bei einer Investmentgesellschaft erworben werden. Immer mehr Anleger interessieren sich für Investmentfonds. Sie bieten die Möglichkeit, kurzfristig Geld zu parken oder über einen längeren Zeitraum Geld für die Altersvorsorge anzusparen.
In welcher Zeit ist es möglich, eine Order durchzuführen?
Der Zeitraum zwischen Orderauftrag und tatsächlicher Ausführung kann nicht genau bestimmt werden, denn die Dauer hängt von der jeweiligen Situation am gewählten Handelsplatz ab. Eine Order kann umso schneller ausgeführt werden, je größer der Markt ist. Im entgegen gesetzten Fall sollte mit einer limitierten Order eingestiegen werden.
Was ist unter außerbörslichem Handel zu verstehen?
Der außerbörsliche Handel nennt sich auch OTC-Handel. Hierunter fallen alle finanziellen Transaktionen zwischen Finanzmarktteilnehmern, die nicht über die Börse getätigt werden.
Es existieren drei unterschiedliche Formen des außerbörslichen Handels:
- Handel mit Wertpapieren, die nicht zum Börsenhandel zugelassen sind
- Handel mit börsennotierten Wertpapieren, Geschäft wird nicht publik gemacht
- Handel mit Finanzderivaten ohne Spezifikationen
OTC-Geschäfte werden über Onlien-Broker zwischen Anleger und Makler durchgeführt. Der Anleger kann mittels Direkt-Broker online eine Anfrage bezüglich des Preises eines bestimmten Wertpapiers machen. Kurze Zeit später wird dem Anleger vom Emittent oder Makler der verbindliche Kauf- oder Verkaufspreis genannt. Innerhalb weniger Sekunden muss nun der Anleger entscheiden, ob er dieses Geschäft eingehen möchte, oder nicht.
Der außerbörsliche Handel bietet einige Vorteile, da hier Börsengebühren eingespart werden können, die sonst anfallen würden. Außerdem können Transaktionen schneller stattfinden, da die Geschäfte direkt zwischen den Handelspartnern durchgeführt werden. Allerdings gibt es keine genaue Kontrolle dieser Geschäfte. Da kein Orderbuch existiert, herrscht keine Markttransparenz. Zudem ist es nicht möglich, Limitangebote abzugeben, der Anleger hat keinerlei Puffer.
Was wird unter Effektenkredit verstanden?
Der Effektenkredit wird auch Lombardkredit genannt. Er wird durch ein Pfand geschützt, das entweder an einen beweglichen physikalischen Gegenstand oder ein urkundliches Recht gebunden ist. Ein Effektenkredit wird immer kurzfristig ausgegeben und umfasst nie den gesamten Wert seines hinterlegten Pfandes, sondern immer nur einen Beleihungswert (Prozentsatz).
Der Lombardkredit wird in folgende Arten unterschieden:
- Forderungslombardkredit
- Wechsellombardkredit
- Edelmetalllombardkredit
- Effektenlombardkredit
- Warenlombardkredit
Der Effektenlombardkredit ist die am häufigsten verwendete Kreditform und unter Umständen für Anleger von Bedeutung, die im deutschen Börsenhandel vertreten sind. Hierbei werden Wertpapiere verpfändet, die im Besitz der Bankkunden sind. In der Regel dient dieser Kredit zur Finanzierung von Wertpapieren, die Papiere werden dabei als Sicherheiten zur Verfügung gestellt. Der Pfandgläubiger gilt in diesem Fall nicht als Eigentümer der Papiere, sonder nur Besitzer.
Welche Wertpapierorder können mit einem Depot gegeben werden?
Wertpapierorder meint den Kauf- oder Verkauf von Wertpapieren einer Aktiengesellschaft zu einer bestimmten Menge. Die so genannte Börsenordung sorgt dafür, dass der Anleger eine Order richtig ausführt und sich auch daran hält. Nur der außerbörsliche bzw. OTC -Handel ist von diesem Regelwerk ausgenommen. Eine Wertpapierorder muss folgende Informationen beinhalten:
- Kauf oder Verkauf
- Name, WKN, ISIN
- Limits oder andere Orderzusätze
- Gültigkeitsdauer
- Market Order / Limit Order
Eine so genannte Market Order wird zum aktuell gültigen Preis des Orderzeitpunktes ausgeführt. Bei einem Limit Order wird die Order hingegen zu einem vorher festgelegten Preis oder besser durchgeführt. Kann der angestrebte Preis nicht erreicht werden, wird der Auftrag gelöscht. Von einem Mistrade spricht man, wenn eine Order fehlende Angaben hat oder aufgrund eines Fehlers nicht ausführbar ist.
Welche Orderzusätze im Wertpapierhandel gibt es?
Neben der klassischen Kauf- oder Verkauforder gibt es noch weitere Orderzusätze. Sie geben bestimmte Bedingungen an, zu denen eine Order ausgeführt werden soll. Im Wertpapierhandel wird zwischen limitierten und unlimitierten Aufträgen unterschieden. Während letztere sofort nach Eingabe ausgeführt werden, werden limitierte Augträge erst dann umgesetzt, wenn der Kurs das festgelegte Limit über- oder unterschritten hat. Im Folgenden werden die einzelnen Ordersätze genauer erläutert.
Limitorder
Die Limitorder ergänzt eine normale Kauf- oder Verkauforder. Der Kunde gibt bei der Ordererteilung einen Wert an, der entweder nicht unterschritten („sell limit order“) oder überschritten („buy limit order“) werden darf. Dabei wird ausdrücklich festgelegt, dass der Kurs nicht zum Nachteil des Kunden unter- bzw. überschritten werden darf.
Kauforders
- „Billigst“ bezeichnet eine unlimitierte Kauforder, ein Wertpapier wird zum billigsten erzielbaren Kurs gekauft
- „Limitiert“ bezeichnet eine limitierte Kauforder, die Orderausführung erfolgt wenn der Kurs kleiner/gleich dem festgelegten Limit ist
- „Stop Buy“ legt fest, dass es bei Kursüberschreitung zu einer unlimitierten Kauforder kommt
Verkauforders
- „Bestens“ bezeichnet eine unlimitierte Verkauforder, ein Wertpapier wird zum besten erzielbaren Kurs verkauft
- „Limitiert“ bezeichnet eine limitierte Verkauforder, die Orderausführung erfolgt wenn der Kurs höher als das festgelegte Limit ist
- „Stop Loss“ legt fest, dass es bei Kursunterschreitung zu einer unlimitierten Verkauforder kommt
Kassa-Auktion
Der Anleger möchte im Kassa- bzw. Auktionshandel handeln, wenn er eine Order mit der zusätzlichen Kassa-Auktion abgibt.
MOO (Market on open)
- unlimitierte Order
- Ordereingabe & Ausführung erfolgt vor Eröffnung des Handelsplatzes
- höchste Priorität
AON (All or nothing / All or none)
- Vermeidung von Teilausführungen
- Handel mit voller Stückzahl oder nichts
- niedrige Priorität
MOC (Market on close)
- unlimitierte Order
- Ausführung des Orderauftrags am Ende des Handelstages
- Eingabe erfolgt 30 Minuten vor Handelsschluss
FOK (Fill or kill)
- Kombination von AON & IOC-Auftrag
- Löschung der Order bei nicht Erreichung des Limits für die gesamte Menge
DAY / GFD (Good for day)
- charakterisiert eine Order als tagesgültig
- wird der Orderauftrag nicht ausgeführt, erlischt er noch am gleichen Tag
GTC (Good till cancelled)
- charakterisiert eine Order als unbegrenzt gültig
- in der Regel erfolgt eine automatische Löschung nach 30 Tagen oder zum Monatsende
Kann etwas gegen Teilausführungen unternommen werden?
Wird eine Order mit den Orderzusatz FOK (Fill-or-Kill) abgegeben, so können Teilausführungen vermieden werden. Das bedeutet, dass die Order entweder ganz oder gar nicht ausgeführt werden kann, eine Spaltung in mehrere Tranchen wird somit verhindert.
Allgemeines zu Xetra
Was ist Xetra?
Xetra ist ein elektronisches Handelssystem, dass seinem Besitzer den elektronischen Wertpapierhandel von jedem beliebigen Standort aus ermöglicht. Dieses System hat seinen Hauptsitz in Frankfurt am Main und gehört zur Deutschen Börse AG. Über eine Standleitung oder per Internet können sich Börsenhändler weltweit mit Xetra verbinden. Etwa 83 Prozent des Börsenhandels können über das Xetra-Handelssystem abgewickelt werden. Die Öffnungszeiten während der Handelstage sind immer von 9-17:30 Uhr bzw. 20 Uhr in Frankfurt am. Xetra bildet die Grundlage für die Berechnung des bekanntesten deutschen Aktienindex DAX.
Warum gibt es Auktionen auf Xetra?
Der Zentralrechner auf Xetra führt automatisch Orders in Auktionen zu dem Preis aus, der den höchsten Umsatz ermöglicht. Der Handelstag auf Xetra beginnt mit einer Eröffnungsauktion und endet mit einer Schlussauktion. Vorteile für den Anleger ergeben sich daraus, dass mit dem Xetra Release 3 in Auktionen Orders in jeder beliebigen Größenordnung ausgeführt werden können. Diese Orders können auch limitiert werden. Das heißt, es wird nur bis zu einem bestimmten Preislimit oder zu besseren Konditionen gehandelt.
Welche Handelszeiten hat Xetra?
Die aktuellen Xetra-Handel Handelszeiten im Überblick:
- Beginn der Eröffnungsauktion: 8:55 Uhr
- fortlaufender Handel: 9:00-17:30 Uhr
- Schlussauktion: 17:30 Uhr
Orders können nicht gezielt in die Eröffnungs-, Schluss- oder tagsüber laufende Auktion gesetzt werden. Nur der Zeitpunkt der Orderabgabe entscheidet, wann eine Order bei welcher Auktion platziert wird.
In welchem Handel können welchen Ordergrößen gesetzt werden?
Die jeweiligen Mindestschlussgrößen hängen sowohl von der Art des Handels (Auktion oder fortlaufender Handel) als auch von der gehandelten Aktie bzw. vom Optionsschein ab.
- für Aktien gilt:
Im fortlaufenden Handel und in Auktionen ist die Mindestordergröße immer eins.
- für Optionsscheine gilt:
Die Mindestordergröße von Optionsscheinen hängt vom jeweiligen Emittenten ab. In einer großen Anzahl der Werte gilt hier die Mindestordergröße von einem Stück.
Fällt für die Order über Xetra eine Maklercourtage an?
Beim Xetra-Handel entfällt die sonst übliche Maklercourtage. Stattdessen wird ein handelsplatzabhängiges Entgelt erhoben. Das Preis-Leistungsverzeichnis dazu variiert von Bank zu Bank.
Wissenswertes über Anleihen
Was sind die wichtigsten Kennzahlen bei Anleihen?
Die wichtigsten Kennzahlen zu Anleihen sind nachfolgend aufgeführt:
- Kupon:
Dem Inhaber einer Anleihe wurden früher so genannte Kupons (ähnlich einer Rabattmarke) übergeben, mit denen er seine Zinserträge einfordern konnte. Diese Zinscoupons werden heute kaum noch ausgehändigt. Vielmehr wird der Gegenwert dem Inhaber der Anleihe auf sein Depot gutgeschrieben, der Übertrag findet bei der Clearing-Stelle der Deutschen Börse statt. Die jährliche prozentuale Auszahlung findet durch Gutschrift des Zinsertrages an den Inhaber einer Anleihe auf Basis des Nominalwertes statt.
- Nominalwert/Kurswert:
Dieser Wert ist der auf dem Wertpapier genannte Festbetrag, der an den Inhaber zum Ablauf der Laufzeit in der Regel zu 100 Prozent ausbezahlt wird.
- Stückzinsen:
Der Käufer eines festverzinslichen Wertpapiers muss dem Verkäufer zum Ausgleich den Zinsertrag, der zwischen letzter Verzinsung und Kauftag entstanden ist, ersetzen.
- Rendite:
Unter Rendite wird die Verzinsung einer Investition in Prozent des eingesetzten Kapitals bezogen auf einen bestimmten Zeitraum (in der Regel ein Jahr) verstanden.
- Laufzeit:
Die Laufzeit bezeichnet den Zeitraum zwischen der Ausgabe eines festverzinslichen Wertpapiers und dessen Rückzahlung.
- Rating:
Über lang- und kurzfristige Zeiträume erfolgt eine regelmäßige Bewertung von festverzinslichen Wertpapieren.
Was bedeutet Discount?
Discount meint die Ausgabe eines Fonds mit einem reduzierten Ausgabeaufschlag.
Hedgefonds - Welche Strategien gibt es?
Folgende Strategien können für Hedgefonds angewendet werden:
- Relative Value:
Hier wird versucht, Kursabweichungen zwischen zwei verschiedenen Wertpapieren auszunutzen. Dabei werden überbewertete Wertpapiere verkauft und im Gegenzug günstiger bewertete Papiere desselben oder eines ähnlichen Emittenten gekauft.
- Event Driven:
Mit dieser Strategie wird versucht, von außergewöhnlichen und bestimmten Ereignissen zu profitieren.
- Managed Futures:
Manager, die diese Strategie verfolgen, versuchen durch quantitative Bewertungsmodelle genaue Marktmeinungen zu entwickeln. Hier bieten Markttrends die Grundlage dafür, entsprechende Positionen – vornehmlich durch Terminkontrakte – einnehmen zu können. Es wird auf fallende Kurse von Futures spekuliert, aber auch auf andere Derivate in den Bereichen Aktien, Anleihen, Indizes, Währungen und Rohstoffe.
- Opportunistisch:
Mit dieser Strategie versucht das Fondsmanagement aufgrund seiner Erfahrungen bestimmte Marktentwicklungen. Es wird auf volks- oder betriebswirtschaftliche Entwicklungen und Bewegungen spekuliert.
Wichtiges über Steuern
Freistellungsauftrag - Wofür wird er benötigt?
Mit einem Freistellungsauftrag erhält jeder Steuerpflichtige bis zu einer bestimmten Grenze Erträge aus Festgeldern, Wertpapieren oder Fremdwährungskonten ohne Abzug der folgenden inländischen Steuerarten:
- Kapitalertragssteuer i.H.v. 20%
- Zinsabschlagssteuer i.H.v. 30%
- Solidaritätszuschlag i.H.v. 5,5% der zu entrichtenden KESt bzw. ZASt.
Freistellungsauftrag - Wie hoch darf er jährlich sein?
Der Freistellungs-Höchstbetrag bei Einzelpersonen beträgt seit dem 01.01.2002 genau 801€. Werden verheiratete Personen gemäß Paragraph 26 b ESTG zur Einkommenssteuer zusammen veranlagt, erhöht sich der Freibetrag auf insgesamt 1.602€. Pro Person sind gemäß Paragraph 9a Satz 1 Nr. 2 ESTG Werbungskosten von 51€ in diesen Beträgen enthalten. Höhere Werbungskosten können mit einem entsprechenden Nachweis im Rahmen der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden.
Kapitalanlagen in Wertpapieren - Welche Steuern können anfallen?
- Kapitalertragssteuer (KESt):
Die KESt ist eine besondere Erhebungsform der Einkommenssteuer. Gemäß Paragraph 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1-4 ESTG unterliegen der KESt i.H.v. 20% der Kapitalerträge, insbesondere Dividendenerträge aus Aktienfonds und Aktien. Liegt ein Freistellungsauftrag oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung vor, erfolgt zum Zeitpunkt der Ausschüttung keine Steuerzahlung. Es besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Einkommenssteuererklärung eine korrekte Besteuerung zu erzielen, wenn aufgrund des Freibetrages auf mehrere Institute zu viele Steuern abgeführt wurden.
- Die Körperschaftsteuer (KSt):
Die Körperschaftssteuer wird bei Unternehmensformen erhoben und betrug bisher 3/7 der Bardividende. Seit 01.01.2002 wird der Anleger mit 25% KSt belastet. Zusätzlich ist die Hälfte der Bardividende der Einkommenssteuer zu unterwerfen.
- Der Solidaritätszuschlag (SoLZ):
Es werden zusätzlich 5,5% Solidaritätszuschlag auf die einbehaltenen Steuern (ZASt und KESt) aus Dividenden- und Zinserträgen erhoben.
- Die Einkommenssteuer (ESt):
Der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthalt im Inland mit sämtlichen Einkünften ist bei natürlichen Personen grundsätzlich einkommenssteuerpflichtig.
Zinsabschlagssteuer und (bisher) auch Körperschaftssteuer sind wie auch die Kapitalertragssteuer lediglich Vorauszahlungen auf die tatsächliche Einkommenssteuerschuld. Sie können auf die zu entrichtende Einkommenssteuerschuld in folgendem Maße angerechnet werden:
- Kapitalertragssteuer (KESt) 20%
- Zinsabschlagssteuer (ZASt) 30%
- Solidaritätszuschlag (SolZ) 5,5% der zu entrichtenden KEST, bzw. ZASt.
Von den meisten Emissionsländern wird auf ausländische Kapitalerträge eine Quellensteuer erhoben. Im Rahmen der Veranlagung zur Einkommenssteuer wird in der Regel die ausländische Quellsteuer auf die Steuerschuld angerechnet. Hier greift der Freistellungsauftrag nicht, da er nur deutsche Steuern umfasst.
Zinsabschlagssteuer (ZASt) - Was ist das?
Bei der Zinsabschlagssteuer behält die Bank einen Zinsabschlag von 30% ein und führt diesen ab. Auf die eingehaltenen ZASt werden darüber hinaus noch 5,5% SoLZ berechnet. Generell bemisst sich der Zinsabschlag ohne jeden Abzug anhand der vollen Kapitalerträge.
Investmentfonds - Werden sie besteuert?
Bei der Besteuerung von Fonds unterscheidet man zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds. In den Ausschüttungen können sowohl steuerpflichtige als auch steuerfreie Erträge enthalten sein, weshalb der Ausschüttungsbetrag nicht dem steuerpflichtigen Ertrag entsprechen muss.
Bei ausschüttenden Fonds erfolgt normalerweise einmal jährlich eine Gutschrift, der Anteilspreis vermindert sich am Tag der Ausschüttung um diesen Betrag. Die anfallenden Steuern (ZASt, KESt, SoLZ) werden von der Depotbank an das Finanzamt abgeführt.
Bei thesaurierenden Fonds werden die Erträge im Fondsvermögen angesammelt bzw. reinvestiert. Am Ende des Geschäftsjahres gelten die Erträge mit Verbuchung der Thesaurierung als zugeflossen. Die entsprechenden Steuern werden von der Fondsgesellschaft direkt an das Finanzamt abgeführt.
Wenn ein ausreichender Freistellungsauftrag vorliegt, werden die abgeführten Steuern von der depotführenden Bank zurückerstattet. Entsprechend kann es auch bei thesaurierenden Fonds zu einer Gutschrift in Form einer Rückzahlung von Steuern kommen. Auch Spekulationsgewinne können bei Wertpapierfonds anfallen. Grundsätzlich erfolgt die Besteuerung dieser Gewinne gleich wie die Besteuerung anderer Wertpapiere.
Zwischengewinne von Fonds - Wie werden sie besteuert?
Inländische Fonds werden gemäß Paragraph 38 b und Paragraph 39 Abs. 2 KAGG besteuert. Der Zwischengewinn ist von allen inländischen Fonds börsentäglich zu veröffentlichen. Ob der Fonds dabei ausschüttend oder (voll-) thesaurierend ist, ist belanglos. Der Zwischengewinn umfasst sämtliche seit Beginn des Geschäftsjahres aufgelaufenen, dem Anleger noch nicht zugeflossenen oder als zugeflossen geltenden Einnahmen.
Weist ein ausländischer Fonds die Zwischengewinne nicht aus, unterliegt ein deutscher Anleger einer so genannten Strafbesteuerung. Unter Umständen kann dies auch die Vermögenssubstanz der Anlage gemäß Paragraph 18 Abs. 3 Auslandsinvestmentgesetz unabhängig vom tatsächlich erwirtschafteten Gewinn angreifen.
Wie werden Aktien besteuert?
Der Ertrag aus der Aktienanlage setzt sich für Aktionäre aus Dividendenerträgen, realisierten Kursgewinnen und Erlösen aus Bezugsrechten zusammen.
Dividenden - Welche Besteuerung wird angewendet?
Folgende Begriffe werden im Zusammenhang mit Dividenden unterschieden:
- Bardividende:
Dieser Betrag wird von der jeweiligen Aktiengesellschaft veröffentlicht und ist noch ohne Abzug von Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag. Dieser Betrag ist der Einkommenssteuererklärung in voller Höhe anzugeben und der Kapitalertragssteuer (KESt) in Höhe von 20% neben der SoLZ zu unterwerfen.
- Nettodividende:
Nach Abzug der KESt und SoLZ ergibt sich die Nettodividende. Wenn weder ein Freistellungsauftrag noch eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorliegt, wird dem Kunden dieser Betrag gutgeschrieben.
Die einbehaltenen Steuerbeschläge in Form von SolZ und KESt können mit der Einkommenssteuerschuld verrechnet werden. Die tatsächliche Steuerschuld kann dann höher oder niedriger als diese Steuervorauszahlungen ausfallen.
Anleihen - Wie werden sie besteuert?
Auf Verkäufer und Käufer sind besitzanteilig Zinsen für die laufende Periode aufzuteilen, wenn festverzinsliche Wertpapiere zwischen zwei Zinsterminen veräußert werden. Der Käufer muss Stückzinsen bezahlen, die dann in dem betreffenden Jahr steuerlich abzugsfähig sind. Der Verkäufer muss hingegen die erhaltenen Stückzahlen als steuerpflichtige Einnahmen angeben. Innerhalb der Disagiostaffel bleibt ein Emissionsdisagio oder Rückzahlungsdisagio steuerfrei.
Disagiostaffel:
| Gesamtlaufzeit des Wertapiers | Disagio/Agio vom Nennwert |
|---|---|
| bis 2 Jahre | 1% |
| bis 4 Jahre | 2% |
| bis 6 Jahre | 3% |
| bis 8 Jahre | 4% |
| bis 10 Jahre | 5% |
| darüber | 6% |
Der Satz von einem Prozent wird bei kürzeren Laufzeiten als zwei Jahre laufzeitabhängig heruntergerechnet. Der Differenzbetrag zwischen dem Entgelt für den Erwerb und den Einnahmen aus der Veräußerung, Abtretung oder Einlösung der Besteuerung ist bei Aktienanleihen als Kapitalbetrag zugrunde zu legen. Unabhängig von einer Haltefrist sind somit alle Kursgewinne steuerpflichtig. Unabhängig von einer Haltefrist können umgekehrt auch alle Kursverluste steuerlich geltend gemacht werden.
Was sind eigentlich Spekulationsgewinne?
Beträgt der Zeitraum zwischen Kauf und Verkauf eines Wertpapiers nicht mehr als ein Jahr, liegt steuerlich ein privates Veräußerungsrecht vor. Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben steuerfrei, wenn sie im Kalenderjahr weniger als 512€ betragen. Wird diese Freigrenze überschritten, so ist der gesamte Gewinn in Form von sonstigen Einkünften steuerpflichtig. Entsteht beim Verkauf ein Verlust, kann dieser mit Gewinnen des gleichen Jahres verrechnet werden.
Ist dies nicht möglich, kann der Spekulationsverlust auch mit Spekulationsgewinnen des unmittelbar vorangegangenen Jahres oder der Folgejahre ausgeglichen werden. Ein Ausgleich mit anderen Einkünften oder Einkunftsarten ist nicht möglich. Ein Ausgleich mit anderen Einkünften oder Einkunftsarten ist nicht möglich. Der Anleger muss die Höhe seiner Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften anhand der jeweiligen Einkommenssteuererklärung selbst ermitteln.
Es erfolgt keine automatische Abführung von Spekulationssteuern oder eine Ausweisung von Spekulationsgewinnen/- verlusten durch die jeweilige Bank. Die Höhe der Besteuerung wird vom individuellen Einkommenssteuersatz des Steuerpflichtigen bestimmt.
Interessantes zum Sekunden-Handel
Wie funktioniert der Sekunden-Handel?
Innerhalb sehr kurzer Zeit wird hier der Kauf und Verkauf von Wertpapieren abgewickelt. Der angeschaffte Wert ist dabei nur für ein paar Sekunden gültig.
Sekunden-Handel - Welche Vorteile gibt es?
Je nach Handelspartner gibt es hier deutlich längere Handelszeiten als beim herkömmlichen Wertpapiergeschäft. Außerdem wird eine Teilausführung der Order durch die direkte Weiterleitung eines Auftrages an den Handelspartner vermieden.
