Grundlegende Informationen
Ratenkredit – Was ist das?
Ein Ratenkredit wird häufig auch Privatdarlehen, persönlicher Kredit oder Anschaffungsdarlehen genannt und in der Regel in vertraglich festgelegten Monatsraten an einen Kreditgeber zurückbezahlt. Die Kreditsumme beläuft sich meistens auf 5.000€ bis 50.000€ mit einer Laufzeit von 12 bis 84 Monaten. Banken fordern bei einem Ratenkredit - im Gegensatz zu anderen Kreditformen - nur selten besondere Sicherheiten.
Häufig wird jedoch der Verwendungszweck erfragt und im Kreditvertrag festgehalten. Die vereinbarte Kreditsumme wird normalerweise vom Kreditkonto des Kunden auf ein bestehendes Girokonto überwiesen. Ist eine Kreditzusage erfolgt, kann in der Regel nur wenige Tage später über das Geld verfügt werden.
Wofür kann ein Ratenkredit verwendet werden?
Ratenkredite werden häufig aufgenommen, um sich bestimmte Gebrauchsgegenstände zu kaufen oder persönliche Wünsche zu erfüllen. Typisch hierfür sind beispielsweise die Finanzierung der Wohnungseinrichtung, eines Autos oder einer Urlaubsreise. Ein Ratenkredit ist aber auch dann sinnvoll, wenn damit ein teurer Dispokredit abgelöst werden kann.
Welche Kreditlaufzeit bietet sich an?
Grundsätzlich gilt, dass die monatliche Kreditrate nicht die Möglichkeiten des Kreditnehmers überschreiten sollte, also gut finanzierbar sein muss. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Kreditlaufzeit nicht länger ist als die Lebensdauer des damit finanzierten Objektes.
Erhalten bestimmte Zielgruppen günstigere Kreditkonditionen?
Bisher waren ausschließlich Bonität und Kreditwürdigkeit bei der Vergabe eines Kredites entscheidend. Mittlerweile gibt es jedoch für bestimmte Zielgruppen günstigere Kreditkonditionen. So erhalten Studenten spezielle Studienkredite, mit denen sie ihr Studium finanzieren können und die erst nach dem Studium zurück gezahlt werden müssen. Auch Beamte können von günstigeren Konditionen profitieren, da sie sich in einer gesicherten Einkommenssituation befinden.
Erhalten auch Studenten einen Kredit?
Häufig finanzieren sich Studenten ihr Studium dadurch, indem sie einem Nebenjob nachgehen. Seit Einführung der Studiengebühren ist dies noch häufiger der Fall, wodurch sich das Studium oft beträchtlich verlängert. Abhilfe kann hier ein Studienkredit schaffen. Diese Kredite sind speziell an die Situation der Studierenden angepasst und müssen häufig erst nach Abschluss des Studiums zurück bezahlt werden. Studienkredite werden meist nicht als Gesamtbetrag, sondern in monatlichen Raten ausgezahlt oder sogar direkt an die Universität überwiesen.
Erhalten auch Selbstständige und Freiberufler ein Darlehen?
Selbstständige und Freiberufler haben es häufig schwer einen Kredit zu bekommen, da sie über kein geregeltes Einkommen verfügen. Für die Bank ist das Risiko entsprechend höher, dass der Kredit nicht zurück gezahlt werden kann. Deshalb sollte diese Risikogruppe ihre Tätigkeit bereits über ein Jahr lang ausüben, keine negativen Schufa-Einträge haben und eine positive Geschäftsbilanz vorweisen können.
Es gibt jedoch auch Kreditvermittler, die sich auf Selbstständige und Freiberufler spezialisiert haben und Kreditanfragen an Partnerbanken weiterleiten. Da sie für die Kreditvermittlung jedoch Provision erhalten, wird diese von der Bank in Form eines höheren Zinssatzes an den Kreditnehmer weitergegeben. Alternativ besteht noch die Möglichkeit sich über Kreditmarktplätze einen Kredit von Privatpersonen zu beschaffen – dies gilt natürlich für alle Kreditinteressierten.
Gibt es für bestimmte Verwendungszwecke günstigere Kreditkonditionen?
Die Konditionen eines Ratenkredits können sich je nach Verwendungszweck unterscheiden. Banken bieten in der Regel für bestimmte Vorhaben Sonderkredite mit günstigeren Zinsen an, die dann nur für den angegebenen Zweck verwendet dürfen. Typische Beispiele sind hier der Autokredit, der Modernisierungskredit, die Umschuldung oder auch PC-Kredite. Über zweckungebundene Kredite kann man hingegen frei verfügen, sie sind jedoch im Vergleich meist etwas teurer.
Was ist der Unterschied zwischen Ratenkredit und Autokredit?
Ein Autokredit ist ebenfalls ein Ratenkredit, kann jedoch nur zweckgebunden verwendet werden, also zum Kauf eines Fahrzeugs. Dafür sind die Konditionen im Vergleich zum frei verfügbaren Ratenkredit meist günstiger.
Wie wichtig ist der Effektivzins?
Bei der Entscheidung für einen Ratenkredit sind die Konditionen das wichtigste Kriterium, vor allem der effektive Jahreszins ist ausschlaggebend. Er enthält sowohl den Nominalzinssatz als auch Bearbeitungsgebühren, Disagio und Agio sowie anfallende Provisionskosten. Erst der Effektivzins macht die unterschiedlichen Kreditangebote vergleichbar.
Je niedriger dieser Zins ausfällt, desto günstiger ist der Kredit und die Kreditkosten, die mit den monatlichen Raten zurückbezahlt werden, fallen niedriger aus. Banken und Sparkassen sind nach der Preisangabenverordnung (PangVO) dazu verpflichtet, bei einer Kreditanfrage den anfänglichen effektiven Jahreszins anzugeben, um so einen Vergleich zu erleichtern.
Wie lange ist Kreditlaufzeit und ist eine frühzeitige Tilgung möglich?
Die Laufzeit eines Ratenkredits beläuft sich in der Regel auf 12 bis 84 Monate und wird bei Vertragsabschluss festgelegt. Sie orientiert sich an den finanziellen Möglichkeiten des Kreditnehmers sowie dem Verwendungszweck des Kredites. Generell sollte die Laufzeit eines Ratenkredites jedoch nie länger als die Lebensdauer der geplanten Investition ausfallen.
Eine Sondertilgung ist bei einem Ratenkredit – im Vergleich zu anderen Kreditarten – prinzipiell jederzeit möglich, es wird jedoch meist zwischen einer Teilrückzahlung und einer kompletten Ablösung unterschieden. Während eine komplette Rückzahlung in der Regel problemlos möglich ist, muss eine Teilablösung in manchen Fällen separat vereinbart werden. Kommt es zu einer Sondertilgung, sollte die Bank ihnen die Bearbeitungsgebühr zumindest anteilig zurückerstatten.
Informieren sie sich außerdem, ob bei einer außerplanmäßigen Teilrückzahlung auch die Zinsverrechnung anteilig vorgenommen wird. Denn müssen weiterhin für die ursprüngliche Kreditsumme Zinsen bezahlt werden, lohnt sich eine Sondertilgung nicht.
Was ist eine Sondertilgung?
Kann ein Kreditnehmer seinen Ratenkredit schneller zurückzahlen als geplant, so spricht man von einer Sondertilgung. Hierbei kann es sich sowohl um eine Teilrückzahlung als auch um eine komplette Kreditablösung handeln. Da Banken in diesem Fall Zinsen verlieren, mit denen sie eigentlich gerechnet haben, werden häufig Gebühren für Sondertilgungen erhoben. Immer mehr Banken gewähren jedoch ein sogenanntes Sondertilgungsrecht, was gerade bei Online Ratenkrediten häufig zutrifft.
Werden Sicherheiten für die Kreditvergabe benötigt?
Die Sicherheiten, die für einen Ratenkredit gefordert werden, können von Bank zu Bank variieren. In der Regel sind jedoch die persönliche Zuverlässigkeit sowie ein geregeltes Einkommen für die Vergabe eines Ratenkredites entscheidend. In den meisten Fällen reicht es daher, dem Kreditgeber die letzten drei bis vier Gehaltsabrechnungen vorzulegen. Bei größeren Kreditsummen kann es sein, dass die Bank weitere Sicherheiten verlangt – so wird zum Beispiel beim Kauf eines Fahrzeugs häufig der Fahrzeugbrief in Verwahrung genommen.
Woran wird die Kreditwürdigkeit festgemacht?
Um einen Überblick darüber zu bekommen, wie kreditwürdig man ist, sollten vor einer Kreditaufnahme regelmäßige Einnahmen und Ausgaben einander gegenüber gestellt werden. So wird deutlich, wie viel Geld pro Monat zur freien Verfügung steht und welche monatliche Kreditrate man sich leisten kann. Wichtig dabei ist, trotz monatlicher Ratenzahlungen noch genügend Spielraum für ungeplante Ausgaben oder finanzielle Veränderungen – z.B. durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit - zu haben.
Wie funktioniert ein Forward Darlehen?
Muss die Laufzeit eines Ratenkredites verlängert werden, können höhere Anschlusszinsen durch ein Forward-Darlehen vermieden werden. Wenn die Zinsbindung eines aktuellen Kredits beispielsweise erst in zwei oder drei Jahren endet, wird bereits jetzt ein Darlehen abgeschlossen, dessen Laufzeit erst nach dieser Frist beginnt. Läuft dann der aktuelle Kredit aus, setzt nahtlos das Forward-Darlehen ein, die Zinsen bleiben dieselben wie bisher.
Was ist zu tun, wenn die Zinsbindung endet oder der Kredit verlängert werden soll?
Endet die Zinsbindung und muss ein Kredit verlängert werden, sollte man sich rechtzeitig über Angebote mit günstigen Zinsen informieren. Denn Banken präsentieren ihre Verlängerungsangebote häufig erst dann, wenn kaum noch Zeit für einen Zinsvergleich bleibt. So kann es zu einer Kreditverlängerung mit wesentlich schlechteren Konditionen kommen als denen, die sie bei aktuellen Angeboten anderer Banken erhalten hätten.
Bleibt jedoch beispielsweise ein Jahr oder mehr bis zum Ende der Zinsbindung, bestehen gute Chancen, den Kredit zu attraktiven Konditionen zu verlängern. Grundsätzlich sollte bei jedem Verlängerungsangebot nach Bereitstellungszinsen gefragt werden, die anfallen können, wenn dem Kreditnehmer das Darlehen nicht zum geplanten Zeitpunkt ausgezahlt werden kann.
Ratenkredite vergleichen
Welche Bank ist die Richtige?
Während Filialbanken über ein dichtes Netz von Filialen vor Ort verfügen, nutzen Direktbanken hauptsächlich Internet, Telefon oder Post, um mit Ihren Kunden in Kontakt zu treten. So muss man bei Direktbanken zwar auf eine direkte persönliche Betreuung verzichten, kann jedoch häufig von günstigeren Konditionen profitieren, die sich aus dem Verzicht auf ein kostspieliges Filialnetz ergeben. Für welche Bank man sich entscheidet, hängt von den eigenen Vorlieben ab.
Erscheint die persönliche Beratung und Betreuung vor Ort sehr wichtig, so sollte man sich vermutlich für eine Filialbank entscheiden und etwas teurere Konditionen in Kauf nehmen. Betreibt man seine Bankgeschäfte bereits hauptsächlich über das Internet und können die üblichen Banköffnungszeiten sowieso nicht genutzt werden, dürfte eine Direktbank eine gute Wahl darstellen.
Welche Kriterien sind beim Kreditvergleich entscheidend?
Will man Kredite miteinander vergleichen, muss stets auf den effektiven Zins geachtet werden – denn nur dieser erfasst die tatsächlichen Kosten eines Ratenkredites. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass der Ratenkredit einen festen Zinssatz über die gesamte Laufzeit aufweist und entsprechend nur Angebote mit derselben Dauer verglichen werden. Denn ein niedriger Zins über eine längere Laufzeit gerechnet, kann durchaus teurer sein als ein höherer Zinssatz über eine kürzere Zeit.
Was ist in Bezug auf Bearbeitungsgebühren zu beachten?
Auf den ersten Blick scheinen ein Ratenkredit mit Nominalzinsen von 8% und einer Bearbeitungsgebühr von 3% dieselbe Effektivverzinsung zu haben wie ein Darlehen mit 11% Nominalzinssatz und keiner Bearbeitungsgebühr – nämlich einen effektiven Jahreszins von 11%. Das ist jedoch ein Trugschluss. Denn im Gegensatz zu den Zinsen fällt die Bearbeitungsgebühr nur einmal bei Kreditabschluss an und muss nicht über die gesamte Laufzeit gezahlt werden.
Grundsätzlich ist es natürlich von Vorteil einen Anbieter zu wählen, der keine Bearbeitungsgebühr verlangt. Sollten Sie jedoch einen Ratenkredit aufnehmen, bei dem eine Gebühr anfällt, so gilt: Da sich die zusätzlichen Gebühren auf die einzelnen Monate verteilen, wird der Kredit umso teurer, je kürzer seine Laufzeit ist.
Was sind Netzwerk-Kredite?
Netzwerk-Kredite werden auch als Kredite von Mensch zu Mensch bezeichnet und häufig in Anspruch genommen, wenn über den klassischen weg kein Ratenkredit zu erhalten ist. Der Kreditsuchende meldet sich in diesem Fall bei einer Kreditplattform an und erstellt dort ein Profil mit Informationen über das Finanzierungsobjekt, der gewünschten Kreditsumme sowie dem Zinssatz, den er bereits ist zu zahlen. Sind alle wichtigen Daten erfasst, beginnt eine 14-tägige Bietphase, in der sich genügend Kreditgeber finden müssen.
Ein Netzwerk-Kredit muss nicht von einem Geldgeber allein finanziert werden, es können sich auch mehrere Menschen mit kleineren Kreditsummen zusammen tun. Steht nach dieser Frist dem Kreditsuchenden die benötigte Summe nicht zur Verfügung, müssen die Teilbeträge an die einzelnen Kreditgeber zurück gezahlt werden.
Verläuft die „Testphase“ hingegen erfolgreich, werden die endgültigen Konditionen unter den Kreditpartnern abgestimmt und ein Vertrag abgeschlossen, der eine geregelte Zahlungsabwicklung sicher stellt.
Welche Kreditplattformen gibt es?
In Deutschland bieten verschiedene Kreditplattformen Ihre Dienste an. Die bekanntesten Kreditmarktplätze sind hier auxmoney, Money4Friends, smava wobei die Anbieter zum Teil mit recht unterschiedlichen Konditionen arbeiten. Folgt man der Bewertung von Stiftung Warentest, so stellt lediglich smava eine empfehlenswerte Kreditplattform dar.
Denn im Gegensatz zur Konkurrenz verlangt dieser Anbieter keine Registrierungsgebühr, gibt Daten nicht an Dritte weiter, stellt ausführliche Informationen zum Verlauf der Kreditvermittlung bereit und gibt den Kreditgebern eine gewisse Garantie auf Rückzahlung ihres Geldes. Stiftung Warentest sagt: Nur Smava hat Hand und Fuß, wirkt durchdacht und solide.
Ratenkredit abschließen
Worauf ist bei Kreditabschluss zu achten?
Der Ratenkredit als schneller Weg zum nötigen Geld ist verlockend, weshalb viele Menschen Kredite abschließen ohne sich im Detail über die Bedingungen im Klaren zu sein. Genaue Informationen sind jedoch immens wichtig, da viele Kredite nicht das halten was sie auf den ersten Blick versprechen. Den Bestzinssatz zu erhalten erfordert meist Kriterien, die nur von wenigen eingehalten werden können und so fällt der Darlehenszins häufig wesentlich höher aus als in der Werbung angepriesen.
Günstige Ratenkredite erhalten zudem häufig nur Neukunden, die ein geregeltes Arbeitsverhältnis sowie mehrere Gehaltsabrechnungen vorweisen können. Freiberufler und Selbstständige hingegen erhalten meist nur zu erschwerten Bedingungen den gewünschten Kredit – wenn überhaupt. Lockangebote sind also mit Vorsicht zu genießen, da sie häufig kaum einzuhaltende Kriterien voraussetzen wie zum Beispiel hohe Kreditsummen bei extrem kurzer Laufzeit.
Ein weiterer Knackpunkt ist die sogenannte Restschuldversicherung (RSV), die im Fall von Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers in Kraft tritt. RSVs sind meist recht teuer und enthalten viel Kleingedrucktes, werden von Banken aber gerne verkauft, da diese daran gut verdienen. Häufig wird dem Kunden vermittelt, dass er einen Ratenkredit nur in Verbindung mit dieser Versicherung bekommen kann was in der Regel nicht der Fall ist - außer die Versicherungsgebühren werden im Effektivzins mit verrechnet.
Auch bei Schufa-Anfragen in Zusammenhang mit einem Ratenkredit sollte man aufpassen. Da eine solche Anfrage den Bonitäts-Scorewert eines Kunden beeinflusst, sollte als Anfragegrund immer „Anfrage Kreditkondition“ und nicht „Anfrage Kredit“ gewählt werden. Während ersteres als Interesse an einem Darlehen gewertet wird, entspricht letzteres einem tatsächlichen Kreditabschluss und verschlechtert den eigenen Score.
Lässt sich ein Kreditvertrag auch widerrufen?
Dem Verbraucherkreditgesetz entsprechend kann ein Kreditvertag innerhalb von 14 Tagen nach Abschluss schriftlich widerrufen werden. Dies gilt auch, wenn die Bank die Kreditsumme bereits ausgezahlt hat. Das Geld muss in diesem Fall innerhalb von 14 Tagen nach Widerruf oder dem Erhalt der Summe zurück bezahlt werden. Wird diese Frist nicht eingehalten ist der Kreditvertrag weiterhin gültig, der Widerruf gilt als nicht erfolgt.
Kann ein Ratenkredit vorzeitig getilgt werden?
Bei Ratenkrediten besteht die Möglichkeit einer Sondertilgung. Während bei Teilrückzahlungen häufig gesonderte Vereinbarungen getroffen werden müssen, ist eine komplette Ablösung des Kredites normalerweise problemlos möglich. Eine vorzeitige Tilgung des gesamten Kreditbetrages kann in der Regel erfolgen erfolgen, wenn man das Darlehen mindestens ein halbes Jahr in Anspruch genommen und eine Kündigungsfrist von drei Monaten eingehalten hat.
Ist jedoch bereits bei Vertragsabschluss relativ sicher, dass der Ratenkredit vorzeitig getilgt werden kann, sollte darauf geachtete werden, dass die Vertragsbedingungen eine sofortige Kündigung des Kredites erlauben. Selbst wenn die Bank dann eine extra Gebühr für den erlittenen Zinsausfall verlangt, könnte sich ein solches Angebot immer noch lohnen.
Vorzeitige Tilgung oder Kündigung – Was geschieht mit den bereits bezahlten Gebühren?
Erfolgt eine vorzeitige Tilgung oder Kündigung, muss die einmalige Bearbeitungsgebühr trotzdem voll bezahlt werden. Auch bei einer Restschuldversicherung werden die Kosten nur zu einem geringen Teil zurück erstattet – wenn überhaupt. Diese beiden Kostenfaktoren sollten auch dann beachtet werden, wenn eine Kreditzusammenlegung wie beispielsweise ein Neuvertrag mit höherer Kreditsumme geplant ist.
Was ist eine Restschuldversicherung (RSV)?
Restschuldversicherungen (RSV) werden häufig zusätzlich zu einem Ratenkredit angeboten und dienen der Absicherung der Kreditrückzahlung. Wird ein Kreditnehmer im Laufe der Auszahlung zahlungsunfähig, greift die RSV und begleicht die noch verbliebene Restschuld. So sind die Angehörigen vor einer finanziellen Zusatzbelastung geschützt. Je nach Modell bieten RSVs Sicherheit bei Unfall, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Todesfall. Da die Versicherung zusätzliche Kosten verursacht, sollte man sich genau überlegen, ob man sie in Anspruch nimmt oder nicht.
Lohnt sich eine Restschuldversicherung überhaupt?
Banken verdienen an einer abgeschlossenen Restschuldversicherung (RSV) relativ viel Geld und vermitteln deshalb häufig, dass ein Kredit nur in Kombination mit einer RSV erhältlich ist. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Ob man eine RSV abschließt sollte gut überlegt sein, denn meist schützt sie nur bei Unfall oder Tod, jedoch nicht bei Arbeitslosigkeit.
Sinnvoller und auch günstiger sind häufig Extraversicherungen wie Risikoleben oder auch Arbeitsunfähigkeit, die einen umfassenderen Schutz bieten. Besitzt man bereits eine solche Versicherung, ist eine RSV unter Umständen überflüssig. Besitzt man jedoch keine ergänzende Vorsorge, möchte aber seine Angehörigen dennoch vor finanziellen Zusatzbelastungen schützen, kann eine RSV durchaus vernünftig sein.
Worauf muss bei einer Restschuldversicherung (RSV) geachtet werden?
Entscheidet man sich für eine Restschuldversicherung (RSV), sollte man sowohl für den Ratenkredit als auch für die Versicherung einen möglichst niedrigen Zinssatz wählen. Denn die Versicherungskosten werden in der Regel zusätzlich zum Effektivzins berechnet und können so die Kreditrückzahlung deutlich verteuern. Zudem sollte im Vorfeld überprüft werden, ob eine RSV überhaupt notwendig ist oder man nicht bereits durch eine andere Versicherung ausreichend geschützt ist.
Welchen Einfluss hat ein Widderruf der Restschuldversicherung auf den Ratenkredit?
Wurde zusätzlich zu einem Ratenkredit eine Restschuldversicherung (RSV) abgeschlossen, kann diese normalerweise innerhalb eines Monats widerrufen werden. Ein Widerruf innerhalb dieser Frist muss schriftlich eingereicht, jedoch nicht begründet werden. Er hat keine Auswirkungen auf den Kreditvertrag. Erhält der Kreditnehmer die gesetzlich vorgeschriebene Belehrung zum Widerrufsrecht, so beginnt auch die Widerrufsfrist.
Wird dieser Zeitraum überschritten, bleibt als einziger Ausweg meist nur der Versuch, die RSV zusammen mit dem Ratenkredit zu kündigen. In diesem Fall muss der gesamte Kredit jedoch sofort zurück gezahlt werden. Greift eine Versicherung jedoch nur bei Arbeitslosigkeit, kann man in der Regel jederzeit davon zurück treten.
Umschuldung
Was sind Umschuldung oder Umfinanzierung?
Wird zur Abbezahlung eines laufenden Ratenkredites ein neues Darlehen aufgenommen, so spricht man von einer Umschuldung oder Umfinanzierung. Dies kann für einen Kreditnehmer sinnvoll sein, wenn der neue Kredit günstigere Zinsen aufweist und so Kosten eingespart werden können.
Kann ich mit einem laufenden Ratenkredit überhaupt einen neuen Kredit beantragen?
Soll ein bereits laufender Ratenkredit durch einen neuen abgelöst werden, sollte bei der Beantragung auf jeden Fall als Verwendungszweck „Umschuldung“ angeben werden. So kann der betreffende Anbieter diesen Umstand bei der Kreditentscheidung berücksichtigen. Wird auf den Verwendungszweck verzichtet kann es passieren, dass das Kreditinstitut ein neues Darlehen verweigert, wenn beide Kredite zusammen die Bonität des Kunden überschreiten.
Forward Darlehen oder Umschuldung?
Ein Forward Darlehen, bei dem man sich den aktuellen Zinssatz auch für den Anschlusskredit sichern kann, ist eine gute Alternative zur Umschuldung. Allerdings erhebt die Bank hier häufig einen Konditionsaufschlag. Fällt dieser jedoch sehr gering aus, ist ein Forward Darlehen trotzdem sinnvoll. In der Regel beträgt der Aufschlag etwa 0,005% pro Monat, bei einer längeren Vorlaufzeit erhält man bei einigen Anbietern das Forward Darlehen sogar ganz ohne zusätzliche Gebühren. Ist eine Umschuldung mit relativ hohen Kosten verbunden, lohnt sich die Umschuldung auf Termin in jedem Fall.
Welche Kosten und Gebühren entstehen bei einer Umschuldung?
Es gibt verschiedene Faktoren, die bei einer Umschuldung entstehen können und daher berücksichtigt werden müssen. Zusätzliche Kosten werden bei einer Umschuldung durch die üblichen Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren verursacht. Zudem kann es passieren, dass die Bearbeitungsgebühren des laufenden Kredites nicht oder nur teilweise zurück erstattet werden, falls diese als einmalige Zahlung und nicht über die Kreditdauer verteilt berechnet wurden.
Muss zusätzlich zum alten Kredit auch eine Restschuldversicherung (RSV) gekündigt werden, wird in der Regel nur der Rückkaufwert zurück erstattet. Außerdem verlangt der alte Kreditgeber für die vorzeitige Kreditablöse und den damit verbunden Zinsausfall eine Vorfälligkeitsentschädigung.
Die Neuaufnahme eines Kredites kann zudem durch das gestiegene Eintrittsalter teurer werden. Hinsichtlich all dieser Kostenfaktoren sollte man sich bei Erwägung einer Umschuldung genauestens informieren.
Welche Kündigungsfristen sind bei einer Umschuldung einzuhalten?
Bei Ratenkrediten mit variablem Zinssatz gilt nach Paragraph 489 BGB eine dreimonatige Kündigungsfrist. Weist ein Darlehen hingegen einen festen Zinssatz auf, so ist nur mit Ende der Zinsbindung eine Umschuldung möglich und es muss zusätzlich eine Kündigungsfrist von einem Monat eingehalten werden.
Ein Sonderkündigungsrecht tritt dann in Kraft, wenn es sich um Kreditverträge handelt, die auf mehr als zehn Jahre festgeschrieben sind. Nach Ablauf dieser zehn Jahre muss anschließend eine Kündigunsfrist von sechs Monaten eingehalten werden. Fristgerechte Kündigungen sind in der Regel nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Wie hoch ist die Vorfälligkeitsentschädigung bei einer Umschuldung?
Wird ein Kredit frühzeitig gekündigt, kann der betreffende Kreditgeber eine Vorfälligkeitsentschädigung aufgrund des entstanden Zinsausfalls erheben. Die Höhe der Entschädigungszahlung variiert von Bank zu Bank, darf normalerweise jedoch nicht mehr als das Doppelte betragen als der Verlust, der der Bank durch die vorzeitige Kündigung entsteht. Zu hoch angesetzte Vorfälligkeitsentschädigungen können wegen Sittenwidrigkeit angefochten werden.
Kreditanfrage bei der Schufa
Wer ist die SCHUFA?
SCHUFA steht für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Dieses Unternehmen sammelt, archiviert und bearbeitet kreditrelevante Informationen von Verbrauchern. Diese Daten erhält die SCHUFA zum von ihren Vertragspartnern, zum anderen lassen sich Informationen über die Bonität des Einzelnen auch aus öffentlichen Quellen wie beispielsweise den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte entnehmen. Nur der einzelne Verbraucher selbst, gesetzlich dazu berechtigte Stellen wie das Finanzamt oder die einzelnen Vertragspartner können bei der SCHUFA Auskünfte erfragen.
Auskunftssuchende werden hierbei grundsätzlich in A- und B-Partner unterschieden. Banken und Sparkassen gehören zu den A-Partnern und können sowohl Positiv- (z.B. existierende Konten) als auch Negativmerkmale (z.B. gekündigter Kredit) eines Verbrauchers erfragen. Außerdem erhalten sie Einblick darüber, ob in den letzten zehn Tagen von einem anderen Unternehmen eine SCHUFA-Anfrage gestellt wurde.
B-Partner wie Versandhandelsunternehmen können hingegen nur negativ Merkmale erfragen. Vertragspartner können also mit Hilfe der SCHUFA-Daten Entscheidungen über eine Kreditvergabe treffen. Gleichzeitig wird jedoch auch der einzelne Verbraucher vor einer möglichen Überschuldung geschützt.
Können SCHUFA-Daten eingesehen werden?
Gespeicherte Daten, die die eigene Person betreffen, können jederzeit bei der SCHUFA eingesehen werden. Während man bei einer SCHUFA Eigenauskunft alle zu sich gespeicherten Informationen erhält, enthält die SCHUFA Verbraucherauskunft nur grundlegende Daten, die für einen potentiellen Vertragspartner (z.B. Arbeitgeber oder Vermieter) entscheidend sind.
Um eine SCHUFA-Auskunft zu erhalten gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann man sich gegen eine einmalige Gebühr bei der SCHUFA registrieren und damit unbefristet Selbstauskünfte erhalten - auf die Kosten für eine Verbraucherauskunft bekommt man zusätzlich Rabatt. Auch ohne Registrierung sind Auskünfte möglich: in diesem Fall muss für jede Information gesondert bezahlt werden.
Zudem kann man auch persönlich zur SCHUFA-Verbraucherservicestelle gehen, was einen kostenlosen Einblick in die eigenen Daten ermöglicht.
Werden bei einer Kreditanfrage persönliche Daten gespeichert?
Um eine Entscheidung über eine Kreditvergabe zu treffen, stellt der jeweilige Kreditgeber eine Anfrage an die SCHUFA. Diese speichert neben wesentlichen Daten wie Name, Geburtsdatum und Anschrift auch den angefragten Kreditbetrag samt Laufzeit und Auszahlungsbeginn sowie weitere Besonderheiten. Hierzu zählen beispielsweise vorzeitige Tilgung oder Verlängerung der Laufzeit.
Informationen zu vertragswidrigem Verhalten werden ebenfalls gesichert. Da die SCHUFA-Anfrage einer Bank vom betreffenden Verbraucher in der Regel schriftlich genehmigt werden muss, kann auch eine Speicherung dieser Anfrage meist nicht verhindert werden.
Kredit trotz negativem SCHUFA -Eintrag?
Möchte man trotz negativer SCHUFA einen Kredit beantragen, stehen die Chancen eher schlecht, da man in der Regel von der betreffenden Bank als kreditunwürdig eingestuft wird. Fast alle Banken in Deutschland kooperieren mit der SCHUFA, weshalb eine Ausnahme und damit ein Ratenkredit trotz negativer SCHUFA recht unwahrscheinlich ist.
Gibt es Kredite auch ohne SCHUFA -Prüfung?
Kaum eine seriöse Bank vergibt einen Kredit ohne SCHUFA-Prüfung, weshalb entsprechende Angebote mit großer Skepsis zu betrachten sind. Zum Teil handelt es sich hier um reine Betrugsangebote, bei denen der Kreditnehmer zwar hohe Beratungs- und Vermittlungsgebühren bezahlen muss, am Ende jedoch keinen Kredit ausgezahlt bekommt.
Es gibt jedoch auch Kreditgeber, die sich tatsächlich auf Darlehen ohne SCHUFA-Anfrage spezialisiert haben – man spricht bei diesen Darlehen von sogenannten Schweizer Krediten. SCHUFA-freie Kredite zeichnen sich meist durch gedeckelte Kreditsummen und hohe Zinskonditionen aus, die mit dem erhöhten Ausfallrisiko des Kreditnehmers begründet werden.
Nimmt man ein solches Darlehen in Anspruch, entsteht kein weiterer SCHUFA-Eintrag und wird der gewünschte Betrag auch noch per Post versandt, erfahren weder Bank noch Dritte von dem abgeschlossenen Kredit.
