Allgemeine Informationen
Der Abschluss einer privaten Unfallversicherung empfiehlt sich insbesondere für Berufstätige, die aufgrund von Vorerkrankungen von der Berufsunfähigkeitsversicherung ausgeschlossen sind. Auf diese Weise sind Sie abgesichert, wenn Sie durch einen Unfall Ihre Berufstätigkeit nicht mehr ausüben können. Vor allem aber auch für Kinder und Jugendliche ist diese Versicherung empfehlenswert, da diese im Falle eines Unfalls keine staatlichen Leistungen erhalten. Vor Abschluss einer UV sollten Sie auf jeden Fall die Prämien und Leistungen der verschiedenen Anbieter vergleichen.
Wichtige Grundlagen
Unfallversicherung: Was versteht man unter einer UV mit Prämienrückgewähr?
Bei dieser Art der Unfallversicherung wird der Großteil der Prämie zurückgelegt, also gespart, der Rest der Prämie fließt in den Versicherungsschutz. Sparleistung und Versicherung sind also miteinander verknüpft.
Allerdings bedeutet die Rückgewähr der Prämie nicht, dass Sie Ihren Beitrag tatsächlich wieder ausbezahlt bekommen. Es heißt tatsächlich, dass Sie zu viele Beiträge gezahlt haben und diese wiedererhalten. Diese Beiträge werden zwar verzinst, allerdings zu einem niedrigen Zinssatz.
Beispiel
Sparanteil mit geringer Verzinsung: 80 %
Versicherung: 20 %
Auf den ersten Blick scheint dies eine sinnvolle Geldanlage zu sein, allerdings gibt es zwei Einschränkungen:
- Die Zinsen bei dieser Art der Unfallversicherung sind erheblich niedriger als bei anderen Versicherungen, die gleichzeitig eine Geldanlage anbieten, zum Beispiel Lebensversicherungen.
- Die Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr ist zumeist recht kostspielig, das heißt die Beiträge sind relativ hoch.
Tipp
Es gibt günstigere Unfallversicherungen. Nutzen Sie zum Sparen eine andere Form der Geldanlage anstelle der Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr.
Unfallversicherung: Benötige ich sie tatsächlich?
Unfälle, die lebenslange Beeinträchtigungen zur Folge haben, sind glücklicherweise nicht die Regel und auch die Medizin ist so weit fortgeschritten, dass viele Unfallfolgen behandelt werden können.
Und dennoch: Es gibt nach wie vor Unfälle, die zu einer zeitweisen und im schlimmsten Fall auch dauerhaften Berufsunfähigkeit führen können. Auch im Freizeitbereich kann es als Folge eines Unfalls zu Einschränkungen kommen.
Ein Unfall mit bleibenden Folgen führt nicht nur zu Einkommenseinbußen, auch der Lebensstandard und die Lebensqualität werden beeinträchtigt. Eine Unfallversicherung hilft nicht nur, diese Beeinträchtigungen aufzufangen. Sie kann auch dafür eingesetzt werden, sich beruflich neu zu orientieren. Nicht zu vergessen: Die meisten Unfälle ereignen sich nicht im Berufsleben, sondern in der Freizeit und insbesondere im Haushalt. Hier gibt es jedoch keine Absicherung von staatlicher Seite. Insbesondere Kinder und auch Hausfrauen können nur durch eine private Unfallversicherung im Falle eines Unfalls finanzielle Unterstützung erwarten.
Unfall: Was versteht man darunter?
In den Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen definiert man einen Unfall, als eine körperliche beziehungsweise gesundheitliche Schädigung des Versicherungsnehmers infolge eines unerwarteten, von außen auftretenden Ereignisses.
Das bedeutet konkret:
- Ein Unfall tritt immer unerwartet ein. So ist der Sturz von einer Leiter als Unfall anzusehen, während eine Beeinträchtigung durch sportliche Dauerbelastung nicht als Unfall gilt.
- Die Unfallversicherung schließt Schäden ein, die von außen einwirken, zum Beispiel auch Folgen von Schlägen oder Tritten.
- Selbstmord, Selbstmordversuch und Selbstverstümmelung sind von der Versicherung ausgeschlossen, da sie freiwillig vollzogen werden.
- Versichert sind körperliche Beeinträchtigungen. Psychische Folgen eines Unfalls sind nicht durch die private Unfallversicherung abgedeckt.
Unfallversicherung: Wer kann eine private UV abschließen?
Die private Unfallversicherung ist für jeden zugänglich, unabhängig vom Alter und vom Beruf. Somit können nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Hausfrauen, Kinder und Jugendliche, Selbstständige, Freiberufler und Studenten für die Folgen eines Unfalls vorsorgen.
Ausgeschlossen von der Versicherung sind allerdings Menschen, die unter einer Geisteskrankheit leiden, sowie dauerhaft Pflegebedürftige.
Unfallversicherung: In welchen Fällen tritt sie ein?
Unfälle, die im Rahmen der Berufsausübung, in der Freizeit und im Haushalt geschehen, sind durch die Unfallversicherung abgedeckt, unabhängig von Ort und Zeit des Ereignisses.
Es gibt auch so genannte Freizeitunfall- und Arbeitsunfallversicherungen. Diese privaten Unfallversicherungen decken jedoch nur einen Teil der möglichen Risiken ab. Es empfiehlt sich aber, eine Versicherung abzuschließen, die alle Risiken beinhaltet. In Unfallversicherung Vergleich lohnt sich daher in jedem Fall.
Unfallversicherung: Welche Art von Leistungen beinhaltet sie?
In erster Linie tritt die private Unfallversicherung bei Invalidität infolge eines Unfalls ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, weitere Leistungen in den Umfang der Versicherung einzuschließen.
In jedem Fall ist die Invalidität immer Teil der Unfallversicherung. Die private Unfallversicherung umfasst folgende Leistungen:
- Finanzieller Ausgleich bei Invalidität
- Todesfall
- Tagegeld
- Krankenhaustagegeld
- Genesungsgeld
- Übergangsgeld
- Bergungskosten
- Kosten für kosmetische Operationen
Unfallversicherung: In welcher Höhe sollte ich eine UV für mich und meine Familie abschließen?
Die private Unfallversicherung dient vor allem dazu, sich finanziell abzusichern, wenn sich infolge eines Unfalls mit dauerhaften Schäden die Lebensumstände ändern beziehungsweise angepasst werden müssen.
So können die finanziellen Leistungen der Versicherung zum Umbau der Wohnung oder des Hauses verwendet werden, um dieses barrierefrei zu gestalten. Auch für einen behindertengerechten Umbau des Autos oder aber für eine Haushaltshilfe sowie zum Ausgleich von Einkommensminderungen können die finanziellen Zuwendungen genutzt werden. Personen, die nicht berufstätig sind, und natürlich vor allem Kinder erhalten keinen staatlichen Leistungen durch die gesetzliche Rentenversicherung. Im Falle einer dauerhaften Invalidität sind sie lebenslang auf die Leistungen der privaten Unfallversicherung angewiesen.
Als Optimum für die Versicherungssumme gilt das Dreifache des jährlichen Bruttoeinkommens. Als Mindestsumme gelten 100.000 Euro, beim Abschluss einer Unfallversicherung für Kinder sollten mindestens 150.000 EUR als Versicherungssumme vereinbart werden.
Unfallversicherung: Was gehört nicht dazu?
- Gesundheitliche Beeinträchtigungen infolge von medizinischen Maßnahmen oder Eingriffen im Rahmen einer Heilbehandlung, die der Versicherungsnehmer am eigenen Körper durchführen lässt oder selbst anwendet.
- Folgeschäden durch Strahlen, wie Röntgenstrahlen oder Laserstrahlen, sind nicht immer Teil der Versicherung. Dies sollte vor dem Abschluss geprüft werden.
- Unfälle, die sich im Rahmen einer Teilnahme an Motorsportveranstaltungen ereignen.
- Schäden, die sich dadurch ereignen, dass der Versicherte als Pilot agiert sowie Unfälle, die sich bei der beruflichen Nutzung eines Luftfahrzeuges ereignen. So sind im Gegensatz zu Geschäftsreisenden, die als Passagiere ein Flugzeug nutzen, Rettungssanitäter beim Einsatz im Helikopter nicht versichert.
- Unfallfolgen im Zusammenhang mit einem Krieg oder Bürgerkrieg. Ist der Versicherte aktiv an den inneren Unruhen eines Landes beteiligt, entfällt ebenfalls der Versicherungsschutz.
- Unfallschäden infolge eines Schlaganfalls, eines epileptischen Anfalls sowie als Folge von Alkoholisierung. Bei einigen Versicherungen sind Unfälle bei einem Blutalkoholgehalt unter 1,1 Promille nicht von der Versicherung ausgeschlossen.
- Unfallschäden im Rahmen von kriminelle Handlungen oder Unfälle während des Versuches einer kriminellen Handlung seitens des Versicherten.
Unfallversicherung Vergleich: Worin unterscheiden sich die gesetzliche und die private UV?
- Anbieter der privaten Unfallversicherung sind privatwirtschaftliche Versicherungsunternehmen mit unterschiedlichen Beiträgen und Leistungen. Träger der gesetzlichen Unfallversicherung als Pflichtversicherung sind die Gemeindeunfallversicherungen und die Berufsgenossenschaften.
- Wie bei jeder anderen privaten Versicherung werden auch die Beiträge der privaten Unfallversicherung vom Versicherten gezahlt. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach den vereinbarten Leistungen. Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung sind vom Gehalt des Arbeitnehmers und von der beruflichen Gefahrenstufe abhängig. Die Beiträge werden vom Arbeitgeber gezahlt.
- Durch die gesetzliche Unfallversicherung sind Arbeitnehmer im Rahmen ihrer Berufstätigkeit versichert. Auch Schüler, Studenten und Kinder sind während ihres Besuches von Kindergärten, Schulen und Universitäten abgesichert. Erleidet ein Kind einen Unfall im privaten Bereich, ist dies jedoch nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Auch Sportunfälle im privaten Bereich unterliegen nicht dem Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung.
- Die gesetzliche Unfallversicherung gilt somit nur für Unfälle, die sich im Rahmen der Berufstätigkeit sowie beim Besuch von Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Universitäten ereignen. Auch Unfälle auf dem Weg zum und von der Einrichtung oder dem Arbeitsplatz fallen unter den Versicherungsschutz. Die gesetzliche Unfallversicherung gilt allerdings nur in Deutschland. Die private Unfallversicherung gilt jederzeit und weltweit.
- Die Leistungen der privaten Unfallversicherung bestimmt der Versicherte bei Abschluss der Versicherung. Welche Leistungen in Anspruch genommen werden, richtet sich nach dem persönlichen Bedarf. Bei der gesetzlichen Unfallversicherung ist das Einkommen maßgebend für die Höhe der Leistungen.
Was bedeutet Progressionsstaffel?
Im Bereich der Einkommenssteuer besagt der Begriff der Progression, dass mit dem Ansteigen des Einkommens der prozentuale Steuersatz und damit einhergehend die zu entrichtende Steuer steigen. Analog steigt im Rahmen der Progressionsstaffel in der Unfallversicherung die zu erbringende Leistung seitens der Versicherung mit dem prozentualen Grad der Invalidität.
Die nachfolgende Tabelle verdeutlicht die Progressionsstaffeln.
| Ohne | 225% | 350% | 500% | |
|---|---|---|---|---|
| Grundsumme | 50.000 € | 50.000 € | 50.000 € | 50.000 € |
| 10%* | 5.000 € | 5.000 € | 5.000 € | 5.000 € |
| 20% | 10.000 € | 10.000 € | 10.000 € | 10.000 € |
| 30% | 15.000 € | 17.500 € | 20.000 € | 20.000 € |
| 40% | 20.000 € | 27.500 € | 35.000 € | 35.000 € |
| 50% | 25.000 € | 37.500 € | 50.000 € | 50.000 € |
| 60% | 30.000 € | 52.500 € | 75.000 € | 80.000 € |
| 70% | 35.000 € | 67.500 € | 100.000 € | 110.000 € |
| 80% | 40.000 € | 82.500 € | 125.000 € | 150.000 € |
| 90% | 45.000 € | 97.500 € | 150.000 € | 200.000 € |
| 100% | 50.000 € | 112.500 € | 175.000 € | 250.00 € |
* Leistung bei 10% Invalidität, z.B. Verlust eines Daumens.
Unfallversicherung: Bin ich auch im Ausland durch die private UV geschützt?
Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung gilt die private Unfallversicherung jederzeit, auch in allen Ländern außerhalb Deutschlands. Die Versicherungsnehmer sind damit sowohl im Falle von Unfällen während der Berufsausübung als auch in der Freizeit versichert.
Sind riskante Hobbys ebenfalls versichert?
Sportarten wie Tauchen, Freeclimbing, Drachenfliegen, Paragliding, Rafting oder Bungee-Springen gelten als Risikosportarten. Bei Abschluss einer privaten Unfallversicherung ist vorab zu prüfen, ob diese Sportarten Teil des Versicherungsschutzes sind. Während bei einigen Anbietern diese Sportarten Teil der Unfallversicherung sind, ist bei anderen Versicherern ein Zuschlag zu zahlen, während wieder andere diese Sportarten nicht versichern.
Unfallversicherung: Wird vor Abschluss der UV eine Gesundheitsprüfung durchgeführt?
Normalerweise ist keine Gesundheitsprüfung vor Abschluss einer privaten Unfallversicherung erforderlich. Schwerwiegende Erkrankungen, wie beispielsweise die Bluterkrankheit, sind jedoch bei Antragstellung anzugeben.
